Religionsfahrt nach Prag – Geschichte, Glaube und Gemeinschaft erleben
Vom 26. bis 30. Januar 2026 begaben sich 15 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10 auf Religionsfahrt in die tschechische Hauptstadt Prag. Die Reise bot vielfältige Einblicke in die Geschichte des Christentums und des Judentums sowie in das kulturelle Erbe einer der schönsten Städte Europas.
Nach der Ankunft bezogen wir zunächst unser Hostel, das durch seine moderne Ausstattung, seine internationale Atmosphäre und seine zentrale Lage überzeugte. Bereits am ersten Abend machten wir uns auf den Weg in die historische Altstadt. Bei einem besonderen Stadtrundgang im Abendlicht lernten wir zahlreiche Legenden und (Grusel-)geschichten kennen, die sich um Prag ranken. Dabei begegneten uns unter anderem die Erzählungen um den heiligen Johannes Nepomuk, die berühmte Astronomische Uhr am Altstädter Ring sowie Geschichten über den Golem und die bewegte Geschichte der Stadt. So wurde schnell deutlich, warum Prag oft als Stadt der Legenden und Geheimnisse bezeichnet wird.
Am folgenden Tag stand der Besuch der Prager Burg auf dem Programm. Gemeinsam erkundeten wir das weitläufige Burgareal mit dem beeindruckenden Veitsdom und der St.-Georgs-Basilika. Die prachtvollen Gebäude vermittelten einen eindrucksvollen Eindruck davon, welche Bedeutung Religion und Kirche über Jahrhunderte hinweg für das Leben der Menschen hatten. Anschließend blieb Zeit, die Altstadt in kleinen Gruppen auf eigene Faust zu entdecken.
Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Besuch des Prämonstratenserklosters Strahov. Dort wurden wir von einem Ordensbruder durch die Klosteranlage geführt. Besonders beeindruckend waren die historischen Bibliothekssäle, die normalerweise nicht für Besucher zugänglich sind. Der Mönch berichtete anschaulich vom Leben im Kloster, von den Aufgaben der Ordensgemeinschaft und von der Geschichte des Hauses. Für viele Schülerinnen und Schüler war es eine seltene Gelegenheit, einen so persönlichen Einblick in das klösterliche Leben zu erhalten. Eine besondere Überraschung erwartete uns am Ende der Führung: Der Ordensbruder schloss eigens für unsere Gruppe die Klosterkirche auf, setzte sich schließlich an die Orgel. Mit mehreren eindrucksvollen Musikstücken ließ er den Kirchenraum erklingen und vermittelte uns auf besondere Weise die Verbindung von Glaube, Musik und Spiritualität.
Am nächsten Tag besuchten wir das jüdische Viertel Josefov. Dort erkundeten wir unter anderem den Alten Jüdischen Friedhof sowie mehrere historische Synagogen. Die Begegnung mit der jahrhundertelangen Geschichte des Judentums in Prag und die Auseinandersetzung mit Verfolgung, Ausgrenzung und kultureller Vielfalt hinterließen bei vielen einen nachhaltigen Eindruck.
Während der Reise waren die Schülerinnen und Schüler außerdem immer wieder in kleinen Gruppen unterwegs, um die Stadt selbstständig zu erkunden. Prag bietet hierfür ideale Voraussetzungen: Die Stadt blieb im Vergleich zu vielen anderen europäischen Metropolen weitgehend von Kriegszerstörungen verschont und besitzt bis heute eine außergewöhnlich gut erhaltene historische Altstadt mit zahlreichen Kirchen, Klöstern und religiösen Stätten.
Neben den kulturellen und religiösen Erfahrungen spielte auch das Gemeinschaftserlebnis eine wichtige Rolle. Die Abende verbrachten wir häufig im gemütlichen Gemeinschaftsraum des Hostels, einem alten Gewölbekeller mit Sofas und Sitzgelegenheiten, der zu Gesprächen, Spielen und gemeinsamen Aktivitäten einlud. Für die Verpflegung waren die Schülerinnen und Schüler in Kochgruppen eingeteilt. Sie planten die Mahlzeiten, erledigten die Einkäufe und bereiteten das Essen für die gesamte Gruppe zu. So entstanden viele schöne gemeinsame Momente, die die Fahrt zusätzlich bereicherten.
Die Religionsfahrt nach Prag war für alle Beteiligten eine erlebnisreiche Woche voller Geschichte, Begegnungen und neuer Eindrücke. Sie hat gezeigt, wie spannend es sein kann, Religion nicht nur im Unterricht, sondern auch an historischen Orten unmittelbar zu erleben.




